EISBADEN im Lansersee in Tirol

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Es ist der 05.01.2019. Ich sehe aus dem Fenster und mache mir einen Eindruck von dem aktuellen Wetter. Über Nacht hat es ungefähr 30-40cm Neuschnee abgegeben. Das Meiste davon liegt noch auf der Straße. Alexa, wie ist das Wetter? „-2° und starker Schneefall“ antwortet sie. „Naja, das Wetter wird uns wahrscheinlich kaum berühren“, denke ich mir. Ich mache mir nur Gedanken darüber, wie wir zu unserem Ziel kommen mit dem Auto ohne Allrad oder Ketten. Wird schon gehen.

Um 10:00 holt mich ein Freund ab mit dem Auto -als dritter Passagier setze ich mich auf die Rückbank. Wir sind vollzählig.
Unser Ziel? der Lanser See.

Es wurde mal Zeit mich wieder ein bisschen zu überwinden und etwas Neues auszuprobieren. Außerdem soll es ja für die Gesundheit sehr gut sein. Wovon ist die Rede? Ich und 2 meiner Freunde beschlossen Eisbaden zu gehen. Das neue Jahr soll ja gut gestartet werden.

Am Lansersee angekommen nach einer kurzen Irrfahrt durch den Schnee gehen wir Richtung Badeingang. Das Tor ist offen. 20 Meter innerhalb des Badebereiches treffen wir Matthias. Er scheint die Anlage und das Cafe zu betreuen. Wir stellen ihm uns und unseren Plan vor. Er lacht, schüttelt den Kopf und stellt fest wir seien verrückt. „Ja das sind wir, aber wir wollen es wirklich durchziehen“

Im nächsten Augenblick gab er uns eine Axt in die Hand und deutete auf eine Stelle am See, an der wir das Eis aufhacken können ohne die Eisdecke des Hauptsees zu beschädigen, welche später als Eislaufplatz genutzt werden sollte. „Achja dort drüben sind warme Duschen, Umkleiden und wenn ihr ein paar Fotos machsts bekommts danach auch noch einen Glühwein.“ Damit haben wir nun wirklich nicht gerechnet. Bessere Bedinungen können wir uns ja wohl wirklich nicht erhoffen.

An der von Matthias beschriebenen Stelle hacken wir los. Das Eis ist noch nicht sehr dick und wir können ein schön großes Loch schlagen in wenigen Minuten. Wir gehen zurück zu unseren Sachen, die geschützt unter einem Dach lagen. Es schneit nämlich immer noch sehr stark. Ausgezogen bis auf die Badehose, Schuhe und Jacke gehen wir wieder zur besagten Stelle. Kamera und Handtücher sind natürlich auch dabei.

Der Erste von uns befand sich relativ schnell im Wasser, da es draussen ja mit der Zeit auch nur immer kälter wird. Ein paar schnelle Fotos später bin ich dran. Zügig gehe ich hinein. Die erwartete Kälte an den Füßen bleibt aus – die waren davor auch schon kalt. Als ich mich jedoch mit meinem ganzen Körper reinsetze lasse ich einen kurzen Schrei los um mich zu motivieren und atme ein paar Momente tief durch. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Viel schlimmer. Aber nun raus aus dem Wasser und rüber ins Trockene so schnell wie möglich!

Das Bewegen der Zehen fällt uns schwer und der Boden fühlt sich nur noch wie eine großer Druckpunkt an der Sohle an. Jeder von uns nahm schnell seine Sachen und rannte durch den Schnee zurück zur Badeanlage. Auf der Hälfte des Weges verliere ich meine Schuhe. Eine gute Ladung Schnee befand sich bereits innerhalb des Schuhs. Ich merkte davon nichts, da ich im Bereich der Füße nicht mehr viel Gefühl warnehme. Mit den Schuhen in der Hand renne ich also den Rest des Weges Barfuss.

Im Duschbereich wärmen wir uns auf und ziehen uns um. Der Oberkörper, die Arme und Beine sind schnell wieder warm. Auch die Hände sind rasch aufgewärmt. Nur die Füße machen da noch nicht mit. Nach einer gefühlten Stunde, einem Schluck Whiskey und frischen Socken sind wir aber wieder voll einsatzbereit.

WAS FÜR EIN TOLLES ERLEBNIS! Es scheint ziemlich unspektakulär aber im Nachhinein fühlt es sich wundervoll an. Man hat es geschafft sich zu überwinden und so einen Anstoß für ein erfolgreiches Neues Jahr gegeben.

Ich kann es nur jedem empfehlen. Wir werden das definitiv noch einmal machen. Nächstes mal eventuell mit Neoprenschuhen, um das Hauptproblem der kalten Füße zu eliminieren.

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